Rechtsschutzversicherung nach der Schwangerschaft – warum Sie in der Elternzeit versichert sein sollten


In der heutigen emanzipierten Zeit unglaublich, aber leider die bittere Realität: für viele Frauen stellt die Schwangerschaft eine große Hürde in ihrer beruflichen Laufbahn dar. Man hört es leider immer wieder, dass Kinder und Karriere doch nicht so gut miteinander zu vereinbaren sind, wie es von Forschern und Unternehmen oft gesagt wird. Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit bedrohen oft den Bestand des Arbeitsverhältnisses und stellen einem Einschnitt im beruflichen Leben dar.

Eine Studie der Frankfurt University of Applied Science zu Mutterschaft und Karriere hat kürzlich herausgefunden, dass nur jede vierte Mutter nach der Elternzeit an ihren gewohnten Arbeitsplatz zurückkehrt. Viele werden sprichwörtlich von der Karriereleiter geschubst und kommen nach der Schwangerschaft nicht mal mehr in die Nähe der Position, in der sie sich vorher befanden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mal kann die Arbeit doch nicht so flexibel bearbeitet werden wie vom Arbeitgeber versprochen, mal wurde die Stelle einfach gestrichen oder der Teilzeit-Antrag wird abgelehnt.

Normalerweise haben Schwangere und junge Mütter ein Sonderkündigungsrecht, doch diese Regelung ist spätestens nach der Elternzeit passé und auch davor lassen sich für Arbeitgeber oft Gründe finden, warum die Beschäftigung beendet werden muss.

All das stellt für junge Mütter und Eltern eine große Belastung dar, denn zusätzlich zur Fürsorge um das Kind kommen nun auch noch Existenzängste. Die Sorgen um die finanzielle Zukunft und um die beruflichen Perspektiven steigen – und das in einer Zeit, bei der auch noch das Baby große Aufmerksamkeit braucht. Das kann für Frauen sehr schwer sein, insbesondere, wenn sie auch noch alleinerziehend sind.

Die Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit als Absicherung

In dieser scheinbar ausweglosen Situation nehmen viele junge Mütter eine anwaltliche Hilfe in Anspruch. Ein Anwalt kann beraten, Auskunft erteilen, Alternativen aufzeigen und Sie im Streitfall mit dem Arbeitgeber professionell vertreten. Die Aussichten stehen dabei meist nicht schlecht.

Das Problem jedoch: auch ein Anwalt belastet das Portemonnaie enorm. Hinzu kommt, dass man in arbeitsrechtlichen Gerichtsfällen fast immer auf den Rechtsanwaltkosten sitzen bleibt, denn hier gilt eine andere Regelung als beim Strafrecht. Laut Paragraph 12a Absatz 1 des Arbeitsgerichtsgesetztes heißt es:

„In Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Prozeßbevollmächtigten oder Beistands. Vor Abschluß der Vereinbarung über die Vertretung ist auf den Ausschluß der Kostenerstattung nach Satz 1 hinzuweisen.“

Eine Rechtsschutzversicherung kann bei diesem Problem Abhilfe schaffen. Diese Versicherung kann Sie zwar nicht vor Problemen mit dem Arbeitgeber bewahren, aber Ihnen helfend unter die Arme greifen. Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, werden die Beratungskosten nämlich erstattet. Der Eigenanteil liegt zwar immer noch bei 100 bis 150 Euro, dies ist aber nur ein Bruchteil der Kosten, die bei einem Streitfall entstehen können. Deshalb ist eine Rechtsschutzversicherung besonders für junge Mütter in der Elternzeit eine lohnenswerte Sache.

Worauf sollte man bei einer Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit achten?

Wichtig ist es, nicht erst im Eifer des Gefechts zu handeln – wenn der Job schon auf der Kippe steht – sondern am besten schon bevor der neue Lebensabschnitt beginnt. Am besten sollte die Versicherung gleich zu Beginn der Elternzeit abgeschlossen werden, da der Schutz meist erst nach drei Monaten wirksam ist.

Außerdem sollten Sie die Anbieter immer gut miteinander vergleichen, da es bei den Versicherungen sehr große Unterschiede gibt. Die wichtigsten Kriterien dabei sind:

  • der monatliche Versicherungsbetrag
  • die Höhe der Versicherungssumme
  • die Höhe der Selbstbeteiligung im Streitfall
  • das Ausmaß der Leistungen
  • Gültigkeit der Rechtsschutzversicherung im Ausland
  • Gültigkeit der Rechtsschutzversicherung auch für Streitfälle in der Vergangenheit
  • die Kündigungsfristen

Selbstverständlich ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich mit dem Arbeitgeber am besten auf freundlicher und außergerichtlicher Ebene zu einigen. Vielleicht lassen sich Kompromisse finden oder der Wiedereinstieg funktioniert von Anfang an problemlos. Im Falle eines Falles bist du mit einer guten Rechtsschutzversicherung in der Elternzeit aber sehr gut abgesichert und kannst eine gute Hilfe in Anspruch nehmen.

 

 Foto: This is me/Shutterstock, [via smart-mama.de]

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Juliane Anker

Ich studierte Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikation. Leidenschaftlich gerne schreibe erstelle ich Ratgeber für junge Familien mit dem Fokus Finanzen, Sparen und Recht.

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