Kindergeldantrag

Sie bekommen ein Baby und wollen Kindergeld beantragen? Dann m√ľssen Sie einen Kindergeldantrag an Ihre zust√§ndige¬†Familienkasse stellen.¬†Wirklich kompliziert ist dieser erfreulicherweise nicht, dennoch sollten Sie ein paar Punkte beachten. Wie sich der Antrag stellen l√§sst, welche Kindergeld Formulare Sie dazu brauchen und wie lange das dauert, erkl√§ren wir im folgenden Ratgeber.

Kindergeldantrag - online

So wird das Kindergeld beantragt

Kindergeld erh√§lt man nicht automatisch, sondern erst nach dem Stellen eines entsprechenden Antrags an die zust√§ndige Familienkasse. Daf√ľr m√ľssen Sie sich die vorgefertigten Formulare zum Kindergeldantrag¬†herunterladen und ausdrucken. Bei einem Neugeborenen ist das insbesondere der Kindergeldantrag (KG1) sowie die¬†Anlage Kind. Die entsprechenden Vordrucke m√ľssen Sie mit Ihren pers√∂nlichen Stammdaten und Angaben zum Kind ausf√ľllen. Zum vollst√§ndigen Antrag geh√∂rt unbedingt die Geburtsurkunde im Original (f√ľr die Kindergeldkasse).¬†Sind alle Unterlagen vollst√§ndig und doppelt kontrolliert, m√ľssen Sie den Antrag schriftlich mit Hilfe der Post an die zust√§ndige Familienkasse¬†schicken. Diese pr√ľft Ihren Antrag und wird sich anschlie√üend bei Ihnen melden. Eine kurze und knappe Anleitung daf√ľr, wie genau Sie das Kindergeld beantragen k√∂nnen, haben wir hier noch einmal aufgef√ľhrt:

Kindergeldantrag zum Ausdrucken

Kurzanleitung Kindergeldantrag

  1. Kindergeld-Formulare herunterladen und ausdrucken
  2. Antrag ordnungsgem√§√ü ausf√ľllen und alle notwendigen Unterlagen (z.B. Geburtsurkunde) beilegen
  3. Antrag per Post an die Familienkasse versenden (Einschreiben wählen)

Sie sollten in jedem Fall darauf achten, dass der Antrag f√ľr das Kindergeld korrekt ausgef√ľllt ist. Bei Fehlern oder notwendigen R√ľckfragen, kann sich Ihre Warte- bzw. Bearbeitungszeit sonst verl√§ngern. Ganz wichtig ist, dass Sie daran denken, die Steueridentifikationsnummer von Antragssteller und Kind anzugeben. Antr√§ge ohne Steuer-ID werden seit 2016 vorerst abgelehnt. Auf diese Art und Weise sollen Doppelauszahlungen des Kindergeldes vermieden werden.

Tipp 1:
Verschicken Sie den Kindergeldantrag unbedingt als Einschreiben. So besteht ein Nachweis zur Fristeinhaltung sowie bei Verlust wichtiger Unterlagen.

Kindergeld Formulare

Nachfolgenden finden Sie die¬†Antragsformulare f√ľr das Kindergeld. Insgesamt gibt es eine Vielzahl verschiedener Formulare. Wir haben diese f√ľr Sie nach Ihrer Wichtigkeit gruppiert und stellen Ihnen nachfolgend alle Formulare zum Download bereit. Bei einem Erstantrag ist meist nur das Formular KG1 und KG1 Anlage Kind relevant. Beziehen Sie bereits Kindergeld und wollen den Antrag f√ľr ein weiteres Kind stellen, reicht es die Anlage Kind auszuf√ľllen. In der zweiten Gruppe finden Sie alle weiteren Formulare, zum Beispiel f√ľr Vollj√§hrige oder ein behindertes Kind.

Kindergeld online beantragen

Ein komfortabler Onlineantrag steht dir mit dem Service unseres Partners zur Verf√ľgung. Statt h√§ndisch Formulare auszuf√ľllen, diese auszudrucken und zur Post zu bringen, kannst du unter www.kindergeld-beantragen.de dein Kindergeld einfach online beantragen. So ben√∂tigst du keinen Drucker, sparst dir Zeit bzw. Nerven und vermeidest Fehler im Antrag. Der Onlineservice kostet zwar eine einmalige Geb√ľhr, erledigt aber vom Antrag bis zum Versand alles f√ľr dich. Probier es jetzt aus und stelle deinen Kindergeldantrag online:

Kindergeld online beantragen

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Wann kann das Kindergeld beantragt werden?

Grunds√§tzlich gilt, dass Sie das Kindergeld ab dem Tag der Geburt Ihres Kindes beantragen k√∂nnen. Das Recht auf Unterst√ľtzung, in Form von monatlichen Kindergeldauszahlungen, besteht also normalerweise erst ab dem Geburtsmonat Ihres Kindes. Clevere Eltern greifen aber vor und stellen den Antrag bereits vor der Geburt. So lassen sich die Wartezeiten etwas verk√ľrzen, immerhin ist ein derartiger Antrag auf Seiten der Beh√∂rden auch mit einer umfangreichen Pr√ľfung verbunden. Achten Sie unbedingt darauf bei einem vorzeitigen Antrag die Geburtsurkunde nachzureichen.

Alternativ k√∂nnen sich Eltern aber auch deutlich mehr Zeit lassen und das Kindergeld bis zu sechs Monate r√ľckwirkend beantragen. Zu empfehlen ist allerdings, den Kindergeldantrag m√∂glichst fr√ľhzeitig einzureichen, da eine Bearbeitungszeit bis zur Auszahlung eingeplant werden sollte. Generell gelten diese Vorgaben aber nur f√ľr Kinder, die unter 18 Jahre alt sind. Bei vollj√§hrigen Kindern greifen andere Regeln bei der Beantragung des Kindergeldes.

Tipp Nr. 2:
Beantragen Sie das Kindergeld schon vorzeitig und verk√ľrzen Sie damit die Wartezeit auf die erste Kindergeldzahlung nach der Geburt.

Dauer des Antrags: Wie lange dauert der Kindergeldantrag?

Wie lange es genau bis zur ersten Auszahlung des Kindergeldes dauert ist von Fall zu Fall verschieden. Die Beh√∂rden pr√ľfen die Antr√§ge aber nat√ľrlich gr√ľndlich. Im Allgemeinen sollten Sie mit einer Wartezeit von vier bis sechs Wochen bis zur Bewilligung rechnen. Den Antrag ausf√ľllen k√∂nnen Sie wiederum¬†im Handumdrehen. Angeben m√ľssen Sie lediglich ein paar private Informationen und zus√§tzlich alle notwendigen Unterlagen eingereichen. Haben Sie den Antrag dann mittels Post an die Familienkasse √ľbermittelt, beginnt Ihre Wartezeit. Versenden Sie Ihren Antrag auf Kindergeld am besten per Einschreiben. So haben Sie einen Nachweis in der Hand, falls wichtige Dokumente (wie beispielsweise die Geburtsurkunde) verloren gehen.

Gut zu wissen:
Die erste Auszahlung des Kindergeldes gilt f√ľr den Monat, in welchem das Kind geboren wurde. Selbst wenn der Geburtstag zum Beispiel auf den 30. August fallen sollte, wird also f√ľr den gesamten August bereits Kindergeld gezahlt.

Welche Formulare und Unterlagen werden f√ľr den Antrag ben√∂tigt?

Je nach Ausbildungsstand oder Alter Ihres Kindes m√ľssen Sie verschiedene Kindergeld Formulare sowie Unterlagen einreichen. Seit 2016 verlangt der Gesetzgeber zum Schutz vor einer Doppelzahlung unbedingt die Steueridentifikationsnummer der Eltern und die des Kindes. Das sind allerdings nicht die einzigen Angaben bzw. Unterlagen, die Sie dem Antrag beigef√ľgen m√ľssen. Unbedingt notwendig sind weiterhin:

  • Formular KG1 und Anlage Kind (siehe weiter oben: Kindergeld Formulare)
  • Geburtsurkunde oder Geburtsbescheinigung (f√ľr das Kindergeld)
  • M√∂glicherweise Haushaltsbescheinigung Kg3a

Generell m√ľssen Eltern also nachweisen k√∂nnen, dass das Kind wirklich geboren wurde – falls es sich um ein Neugeborenes handelt. Andernfalls kann es sein, dass eine sogenannte Haushaltsbescheinigung eingereicht werden muss. Mit dieser wird erkl√§rt, dass das jeweilige Kind zum Haushalt des Antragsstellers geh√∂rt. Wichtig zu beachten ist, dass diese Vorgaben nur dann gelten, wenn es sich um minderj√§hrige Kinder handelt.

Bei volljährigen Kindern

Beantragen Sie das Kindergeld f√ľr ein vollj√§hriges Kind m√ľssen Sie eine Schul- / Ausbildungsbescheinigung oder eine Immatrikulationsbest√§tigung erg√§nzen. So k√∂nnen Sie nachweisen, dass sich Ihr Kind in einer Ausbildung oder einem Studium befindet. Au√üerdem k√∂nnen folgende weitere Formulare notwendig sein:

  • Schulbescheinigung (KG 5a)
  • Ausbildungsbescheinigung (KG 5b)
  • Mitteilung f√ľr ein Kind ohne Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz (KG11a)

Sollte es sich um ein behindertes Kind handeln, ist hier ein amtlicher Behindertenausweis, ein Rentenbescheid oder ein Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes notwendig.

Kindergeld schriftlich beantragen (Muster)

Um Kindergeld zu erhalten muss dieses vorher schriftlich beantragt werden

Antrag schriftlich oder online stellen?

Die Formulare zum Antrag auf Kindergeld k√∂nnen Sie weiter oben herunterladen und ganz bequem mit dem eigenen Computer ausf√ľllen. Alternativ k√∂nnen Sie den Antrag auch ausdrucken und handschriftlich ausf√ľllen. Generell spricht nichts dagegen, den Antrag komplett digital auszuf√ľllen und dann an die jeweilige Familienkasse zu √ľbermitteln. Aktuell haben die Familienkassen allerdings noch keine M√∂glichkeit, den Antrag komplett online zu bearbeiten. Daher¬†w√§hlen Sie am besten als Versandart das Einschreiben auf postalischem Weg. Im Zweifelsfall hilft es, vor dem Einreichen des Antrags bei der Familienkasse noch einmal nach dem gew√ľnschten Weg zu fragen.

Tipp Nr. 3:
Die Formulare zum Antrag auf Kindergeld lassen sich am Computer (mit PDF-Programm) ausf√ľllen. Denken Sie jedoch unbedingt daran, diese nach dem Ausdrucken zu unterschreiben!

Wo wird das Kindergeld beantragt?

Der Kindergeldantrag muss bei der jeweiligen Familienkasse der Bundesagentur f√ľr Arbeit eingereicht werden. Wurde der Antrag eingereicht, pr√ľft die Familienkasse diesen, vergibt eine Kindergeldnummer, erl√§sst einen Kindergeldbescheid und √ľberweist das Kindergeld. Ein Sonderfall ist es wiederum, wenn es sich bei den Eltern um Beamte bzw. Besch√§ftigte im √∂ffentlichen Dienst handelt. In diesem Fall ist nicht die Familienkasse der Bundesagentur f√ľr Arbeit zust√§ndig, sondern die jeweilige Verg√ľtungs- bzw. Besoldungsstelle.

√úbrigens: Kinder k√∂nnen das Kindergeld selber nat√ľrlich nicht beantragen. Stattdessen f√§llt der Anspruch auf die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Hierbei kann es sich auch um die Gro√üeltern, Adoptiveltern oder Pflegeeltern handeln. Die Voraussetzung f√ľr die Auszahlung ist lediglich, dass sich der Wohnsitz bzw. gew√∂hnliche Aufenthalt des Antragstellers in Deutschland befindet. Soll das Kindergeld ins Ausland gezahlt werden, gelten gesonderte Formulare und Bedingungen.

Wie lange kann man Kindergeld r√ľckwirkend beantragen?

Bis zum Jahr 2018 konnte das Kindergeld r√ľckwirkend bis zu einem Zeitraum von vier Jahren gezahlt werden. Mittlerweile hat sich das Gesetz jedoch ver√§ndert und der Zeitraum wurde auf sechs Monate verk√ľrzt. Wichtig hierbei ist allerdings, dass es sich nicht direkt um den Anspruch handelt, der verj√§hrt, sondern die Zahlung. Auch wenn ein Anspruch also l√§nger als sechs Monate zur√ľckliegt, zahlt die Familienkasse nur noch f√ľr einen Zeitraum von maximal sechs Monaten. Geregelt ist dies im ¬ß 66 Einkommenssteuergesetz, wo es im Absatz 3 seit dem 1. Januar 2018 hei√üt:

‚ÄěDas Kindergeld wird r√ľckwirkend nur f√ľr die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.‚Äú

Abgesehen davon kann der Anspruch nach einer Bewilligung f√ľr minderj√§hrige Kinder allerdings nicht verj√§hren ‚Äď zumindest bis zum 18. Lebensjahr. Das gilt aber nur dann, wenn auf Nachfrage regelm√§√üig nachgewiesen werden kann, dass sich das Kind weiterhin im Inland befindet, im Haushalt des Antragsstellers lebt oder die Schule- bzw. Berufsschule besucht.

Meldungen an die Familienkasse

Mit der Beantragung oder dem Bezug von Kindergeld sind Sie verpflichtet¬†Ver√§nderungen Ihrer Verh√§ltnisse der Familienkasse mitzuteilen. Lassen Sie sich beispielsweise scheiden, reicht eine blo√üe Meldung an das Standesamt nicht aus. Die Familienkasse fordert daf√ľr eine gesonderte Mitteilung. Kommen Sie dieser Verpflichtung nicht nach kann es teuer werden. F√ľr versp√§tete oder unterlassene Mitteilungen drohen hohen Geldbu√üen. Au√üerdem kann es neben einer R√ľck- und Strafzahlung auch noch zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen. Teilen Sie daher meldepflichtige Vorkommnisse unbedingt fristgerecht der Familienkasse mit. Zu den Pflichtmeldungen geh√∂ren beispielsweise:

  • Erhaltene Sozialleistungen, welche dem Kindergeld angerechnet werden
  • Trennung / Scheidung
  • Besch√§ftigung im √∂ffentlichen Dienst (l√§nger als 6 Monate)
  • Kindergeldbezug √ľber anderen Elternteil im √∂ffentlichen Dienst
  • Aufnahme einer Besch√§ftigung im Ausland
  • Kindergeldberechtigte oder Kind sich ins Ausland begeben
  • Bezug ausl√§ndischer Familienleistungen
  • Verlassen des Haushalts
  • Kind vermisst / verstorben
  • √Ąnderung Bankverbindung
  • Berufsausbildung / Studium (Kind √ľber 18 Jahre)
  • Arbeitssuchend (Kind √ľber 18 Jahre)
  • Schwangerschaft des Kindes und Beginn Mutterschutz
Wichtig:
Teilen Sie pers√∂nliche Ver√§nderungen unverz√ľglich Ihrer zust√§ndigen Familienkasse mit!
Foto: Africa Studio / Shutterstock