Kindergeld

Was ist das Kindergeld? Wer bekommt es?

Das Kindergeld dient in Deutschland zur Unterstützung der Eltern bzw. als Grundsicherung für die Kinder und wird als sogenannte Ausgleichszahlung bezeichnet. Anspruch auf die Zahlung haben Eltern ab dem Geburtsmonat des ersten Kindes. Das wichtigste in Kürze:

  • Kindergeld erfordert einen einmaligen Antrag nach Geburt des Kindes
  • Anspruch auf Kindergeld besteht bis zum 18. Lebensjahr, bis zum vollendeten 25. wenn das Kind eine Ausbildung/Studium absolviert
  • Kindergeld Höhe ab Juli 2019 monatlich: 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das Dritte und 235 Euro ab dem Vierten
  • Einkommensunabhängige Leistung, jedoch Verrechnung mit Kinderfreibetrag

Kindergeld Ratgeber

Im Vorfeld muss hierfür ein Antrag eingereicht werden. Neben dem Kindergeld kann zudem auch der sogenannte Kinderfreibetrag relevant werden, wenn eine bestimmte Einkommensgrenze erreicht wird.

Kindergeld Höhe ab 2019

Kindergeld wird grundsätzlich monatlich in folgender Höhe ausgezahlt:

  • für das erste und zweite Kind jeweils 194 Euro
  • für das dritte Kind 200 Euro
  • ab dem vierten Kind jeweils 225 Euro
Zum Kindergeldrechner

Freuen dürfte Eltern, dass das Kindergeld zum 01. Januar 2018 angehoben wurde und so um immerhin zwei Euro angewachsen ist. Da ist keinesfalls die einzige Kindergelderhöhung der letzten Jahre, auch 2017 wurde der Betrag bereits um zwei Euro angehoben. Ab dem 01. Juli 2019 wird es zudem noch einmal eine Erhöhung geben, mit der Eltern ganze zehn Euro mehr pro Monat erhalten. Der Kinderfreibetrag wurde bereits dementsprechend angepasst und von 7.428 Euro auf 7.620 Euro erhöht. Nachfolgend haben wir eine Tabelle aufgeführt, in welcher die Kindergeld Höhe der vergangenen Jahren und im Jahre 2019 ersichtlich ist.

01.01.201701.01.201801.07.2019
1. + 2. Kind192 Euro194 Euro204 Euro
3. Kind198 Euro200 Euro210 Euro
ab dem 4. Kind223 Euro225 Euro235 Euro

Tipp: Um die Höhe des Kindergeldes individuell für den eigenen Haushalt zu berechnen, kann unser Kindergeldrechner genutzt werden.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Kindergeld bekommen in der Regel alle Eltern oder Erziehungsberechtigte (z.B. Groß- oder Pflegeeltern), die ihren Lebensmittelpunkt bzw. Wohnsitz in Deutschland haben. Für jedes Kind kann immer nur eine Person Kindergeld beziehen. Bei zusammenlebenden Eltern, wird mit dem Kindergeldantrag der beziehende Elternteil festgelegt. Leben die Eltern getrennt, wird das Kindergeld an den Elternteil gezahlt, bei dem das Kind überwiegend lebt. Diesem Anspruch geht allerdings ein schriftlicher Antrag voraus, ausgezahlt wird der Betrag dann automatisch. Wichtig zu beachten ist, dass der Anspruch auf Kindergeld davon abhängig ist, welches Alter oder welchen Ausbildungsstand das Kind hat:

Das wichtigste in Kürze:

  • Bis zum 18. Lebensjahr: Alle Kinder haben Anspruch auf Kindergeld
  • 18. – 21. Lebensjahr: Kinder ohne Beschäftigung, die als arbeitssuchend gemeldet sind
  • 18. – 25. Lebensjahr: Kinder in einer Ausbildung/Studium/Freiwilligendienst, Kinder in der Übergangszeit zwischen Schulabschluss und Ausbildungs- oder Studienbeginn
  • Ab dem 25. Lebensjahr: Anspruch für behinderte Kinder

Anspruch bis zum 18. Lebensjahr

Hat das Kind die Volljährigkeit noch nicht erreicht, wird für berechtigte Eltern generell Anspruch auf das Kindergeld gewährt. Und zwar ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind geboren wird. Dabei gilt immer der jeweilige Monat. Sollte der Nachwuchs also beispielsweise am 25. November das Licht der Welt erblicken, wird das Kindergeld für den gesamten Monat November bereits ausgezahlt. Anschließend erfolgt die Auszahlung dann monatlich. Mit Erreichen der Volljährigkeit gibt es Kindergeld nur bei Vorliegen nachfolgender Voraussetzungen:

Kindergeldanspruch ab dem 18. Lebensjahr

Hat das Kind das 18. Lebensjahr bereits erreicht, unterscheidet der Gesetzgeber zwischen unterschiedlichen Fällen.

Bis zum 21. Lebensjahr

Wenn Kindergeld das Kind ohne Beschäftigung, dafür aber bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet, wird weiterhin Kindergeld gezahlt. Nachweise zur Arbeitssuche müssen in diesem Fall aber regelmäßig (alle 3 Monate) erbracht werden. Der Anspruch besteht auch, wenn die Arbeitslosenmeldung in einem EU-Staat, einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz vorliegt.

Bis zum 25. Lebensjahr

Befindet sich das Kind in einer Ausbildung, einem Studium oder auch in einem Freiwilligendienst besteht weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Unterbricht das Kind vorübergehend eine Ausbildung wegen Erkrankung oder Mutterschaft, läuft die Zahlung des Kindergeldes generell weiter. Auch für Übergangszeiten nach dem Schulabschluss oder einer Zwangspause wird das Kindergeld bis zu 4 Monate fortgezahlt. Beispiele hierfür sind Zeiten zwischen dem Schulabschluss und einer Berufsausbildung / einem Studium. Volljährige Kinder mit abgeschlossener Ausbildung oder absolviertem Studium, haben Anspruch wenn diese einer „unschädlicher Erwerbstätigkeit“ nachgehen. Hierzu gehören zum Beispiel die Erwerbstätigkeit während einer betrieblicher Ausbildung, eine geringfügige Beschäftigung oder wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreitet. Ein Sonderfall ist außerdem, wenn das Kind keine Beschäftigung vorweisen kann und sich intensiv um eine Ausbildung bemüht. Nachweise müssen, zum Beispiel in Form erfolgter Bewerbungen, erbracht werden.

Nach dem 25. Lebensjahr

Mit Vollendung des 25. Lebensjahres gibt es Kindergeld nur noch für Kinder in Schul- oder Berufsausbildung/Studium, wenn diese als Entwicklungshelfer tätig waren oder den gesetzlichen Grundwehr – bzw. Zivildienst geleistet haben (bis Juli 2011). Behinderte Kinder, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung sich nicht selbst unterhalten können, erhalten weiterhin Kindergeld. Der Anspruch besteht, wenn das Kind mit seinen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln seinen notwendigen Lebensbedarf nicht decken kann (Einkommen unterhalb vom Grundfreibetrag). Die Behinderung muss vor vollendetem 25. Lebensjahr festgestellt worden sein. Mit Heirat des Kindes sorgt der Ehegatte für dessen Unterhalt und der Anspruch auf Kindergeld erlischt (siehe Az.: III B 93 / 16)

So beantragen Sie Kindergeld

Auch wenn generell alle Eltern von Kindern in der Bundesrepublik ab dem Geburtsmonat Anspruch auf Kindergeld haben, wird dieses von den Familienkassen nicht automatisch überwiesen. Stattdessen ist erst einmal ein Antrag notwendig, der in schriftlicher Form eingereicht werden muss und der auf unserer Seite einfach aufgerufen werden kann. Stellen müssen Sie den Antrag aber nur ein einziges Mal. Anschließend wird das Kindergeld monatlich ohne weitere Anträge überwiesen. Weitere Meldungen an die Familienkasse sind nur notwendig, wenn sich Ihr Wohnort ändern sollte oder Ihr Kind eine Berufsausbildung abgeschlossen hat.

Hier gehts zum Kindergeldantrag

Wichtig zu beachten ist, dass das Kindergeld möglichst zeitnah nach der Geburt beantragt werden sollte. Eine gewisse Zeit nimmt die Beantragung in Anspruch, rund vier bis sechs Wochen sollten hier eingeplant werden. Ebenfalls beachten sollten Eltern, dass die Steueridentifikationsnummer mit dem Antrag eingereicht werden muss. Dies verlangt der Gesetzgeber, damit Doppelzahlungen des Kindergeldes vermieden werden können. Gut zu wissen ist generell sicherlich, dass das Kindergeld rückwirkend für einen Zeitraum von sechs Monaten gezahlt werden kann.

  1. Formular von Elternzeit.de für den Kindergeldantrag öffnen und herunterladen
  2. Erforderlichen Daten angeben
  3. Kindergeldantrag auf dem Postweg einreichen
Tipp: Die notwendigen Formulare zum Kindergeldantrag können Sie hier herunterladen.

Kindergeld Bezugsdauer

Wie lange bzw. bis zu welchem Alter die Familienkassen das Kindergeld auszahlen, ist unterschiedlich. Überwiesen wird das Kindergeld ab dem Monat, ab dem das Kind das Licht der Welt erblickt. Anschließend erfolgt die Auszahlung dann monatlich. Ohne weitere Formulare oder Anträge wird das Kindergeld dann bis zum 18. Lebensjahr in jedem Fall gezahlt, wenn sich das Kind so lange im eigenen Haushalt befindet. Ab dem 18. Lebensjahr gelten besondere Regelungen. So kann das Kindergeld bis zum 21. Lebensjahr des Kindes bezogen werden, wenn dieses beschäftigungslos, aber dafür bei einer Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet ist. Bis zum 25. Lebensjahr kann das Kindergeld bezogen werden, wenn sich der Nachwuchs in einer Ausbildung, einem Studium oder einem Freiwilligendienst befindet. Sollte nichts davon zutreffen, muss nachgewiesen werden, dass sich das Kind um eine derartige Stelle bemüht. Für behinderte Kinder gelten derartige Regelungen nicht, diese erhalten das Kindergeld unabhängig vom beruflichen Stand oder dem Alter.

Wann gibt es Kindergeld?

Wann das Kindergeld im Jahr 2019 ausgezahlt wird, hängt davon ab, welche Kindergeldnummer bzw. Endziffer der Kindergeldnummer für den eigenen Nachwuchs gilt. Diese wird durch die Familienkasse festgelegt und definiert gleichzeitig die Zeitpunkte für die Kindergeldauszahlungen. Konkret bedeutet das, dass bei den Endziffern 0 und 1 mit einer Auszahlung zu Beginn des Monats gerechnet werden kann. Mit zunehmenden Endziffern verzögern sich die Auszahlungstermine dann nach hinten, so dass die Endziffern 8 und 9 die Kindergelder am Ende des Monats erhalten. Möchten Sie sich über die Auszahlungen des Kindergeldes genauer informieren, können Sie dies mit Hilfe unserer Übersicht der Kindergeld Auszahlungstermine tun. Und hier sogar die genauen Zeitpunkte für Ihre Auszahlung bestimmen.

Was ist der Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag (KiZ) ist noch einmal eine zusätzliche Form der Unterstützung durch die Familienkasse bzw. den Staat. Entscheidend hierfür ist ein jeweiliger Höchstbetrag, der für eine Familie individuell berechnet wird. Sollten die Eltern diesen Höchstbetrag nicht übersteigen, gleichzeitig aber ein Verdienstminimum (600 Euro bei Alleinerziehenden, 900 Euro bei Paaren) erreichen wird der KiZ gezahlt. Durch diesen Zuschlag soll gewährleistet werden, dass die Grundsicherung des Kindes vorhanden ist, auch wenn die Eltern durch das Kind Hartz IV beziehen müssen. Bewilligt wird der Kinderzuschlag allerdings nicht durchgängig parallel zum Kindergeld, sondern üblicherweise für einen Zeitraum von sechs Monaten. Zudem ist dabei zu beachten, dass dieser Zuschlag nicht gezahlt wird, wenn die Eltern Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe beziehen, aber kein weiteres Einkommen vorweisen können. In diesem Fall wird ausschließlich das Kindergeld gezahlt.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Bei der Unterstützung der Eltern wird zuerst immer an das Kindergeld gedacht. Tatsächlich aber sieht der deutsche Staat mit dem sogenannten Kinderfreibetrag auch eine mögliche Alternative für die Eltern vor. Diese ist generell dann interessant, wenn ein entsprechendes Einkommen vorgewiesen werden kann. In diesem Fall räumt das Finanzamt dann Vergünstigungen ein, die sich für Eltern mehr lohnen können, als die Auszahlung des Kindergeldes. Gut zu wissen: Am Jahresende wird vom Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuererklärung automatisch eine Günstigerprüfung durchgeführt, die dann feststellt, welcher Weg für die Eltern besser geeignet ist. Eine Faustregel sagt dabei, dass sich der Kinderfreibetrag dann lohnt, wenn ein jährliches zu versteuerndes Einkommen von

  • ca. 34.000 Euro bei Alleinstehenden
  • ca. 64.000 Euro bei Verheirateten

überschritten wird. Zu beachten ist hierbei dass auch beim Wunsch des Kinderfreibetrags ein Antrag auf das Kindergeld gestellt werden muss. Sollte dann bereits Kindergeld ausgezahlt worden sein, wird dies am Jahresende berücksichtigt und auf den entsprechenden Kinderfreibetrag angerechnet. Die aktuelle Kinderfreibetrag Höhe liegt bei 7.620 Euro und wurde zum 01.01.2019 angehoben.

Volljährige Kinder: Was ist zu beachten?

Damit das Kindergeld auch für volljährige Kinder fortlaufend gezahlt wird, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So erhalten Eltern das Kindergeld ab dem 18. Lebensjahr des Kindes in der Regel nur dann, wenn sich dieses in einer Ausbildung oder einem Studium befindet. Sonderfälle bilden zudem ein Freiwilligendienst oder ein soziales Jahr. In diesen Fällen wird das Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr ausgezahlt. Befindet sich das Kind nicht in einer Beschäftigung, kann bis zum 21. Lebensjahr Kindergeld bezogen werden, wenn das Kind bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet ist. Teilweise kann die Zahlung dann sogar ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr fortgeführt werden, wobei dann aber nachgewiesen werden muss, dass sich das Kind intensiv um eine Arbeits- bzw. Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz bemüht hat. Eltern von behinderten Kindern müssen auch beim Erreichen des 18. Lebensjahres keine besonderen Anforderungen oder Rahmenbedingungen beachten. Ist die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten, wird das Kindergeld unter gewissen Bedingungen auch über das 25. Lebensjahr hinaus gezahlt.

 

Fotos: Hanna Kuprevich / Shutterstock