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Elternzeit und Teilzeitbeschäftigung


Der Gesetzgeber erlaubt für Eltern in Elternzeit eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 30 Stunden. Eltern haben damit die Möglichkeit, durch eine Teilzeittätigkeit beruflich am Ball zu bleiben und dennoch ihr Kind oder ihre Kinder selbst betreuen und erziehen zu können. Wenn beide Elternteile sich für ein Teilzeitmodell entscheiden, können sie Kinderbetreuung und Berufstätigkeit optimal aufeinander abstimmen. Wenn die Eltern Elterngeld beziehen, muss besonders sorgsam darauf geachtet werden, dass die erlaubte wöchentliche Stundenzahl nicht überschritten wird. Beträgt die wöchentliche Stundenzahl im Durchschnitt mehr als 30, verfällt der Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld.

Nicht immer haben Eltern jedoch auch einen Anspruch auf einen Arbeitsplatz in Teilzeit. Dieser besteht normalerweise nur in einem Betrieb, in dem mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden, Auszubildende ausgenommen. Eine weitere Voraussetzung für den Anspruch auf eine Teilzeitstelle ist, dass der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin bereits länger als ein halbes Jahr in dem Betrieb angestellt sind. Der Antragsteller kann seinen Anspruch dann geltend machen, wenn die Arbeitzeit auf eine wöchentliche Stundenzahl zwischen 15 und 30 reduziert werden soll. Auf eine wöchentliche Arbeitzeit von weniger als 15 Stunden haben Arbeitnehmer keinen Anspruch.

Die Teilzeittätigkeit sollte mindestens zwei Monate lang ausgeübt werden. Das hat vor allem organisatorische Gründe für den Betrieb, weil eventuell ein Vollzeit-Arbeitplatz in zwei Teilzeitarbeitsplätze aufgeteilt werden muss. Sofern keine dringenden betrieblichen Gründe gegen eine Teilzeitbeschäftigung sprechen, darf der Arbeitgeber den Anspruch nicht einfach ablehnen. Ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin muss den Anspruch dem Arbeitgeber schriftlich vorlegen. Dabei ist eine Frist von sieben Wochen vor dem gewünschten Beginn der Teilzeitbeschäftigung einzuhalten.



Liegen aus Sicht des Arbeitgebers dringende betriebliche Gründe vor, weshalb dem Antrag auf Teilzeitbeschäftigung nicht stattgegeben werden kann, muss dem Anspruch innerhalb von 30 Tagen nach der Antragstellung widersprochen werden.

Arbeitnehmer, die während der Elternzeit dennoch in Teilzeit beschäftigt werden möchten, haben verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung. In Absprache mit dem Arbeitgeber kann vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer für die Dauer der Elternzeit in einem anderen Betrieb in Teilzeit beschäftigt wird. Dabei sind die vertraglichen Bedingungen des Arbeitsvertrages unbedingt zu beachten (Beschäftigung in einem Konkurrenzunternehmen o.ä.). Auch eine selbständige Tätigkeit während der Elternzeit ist denkbar und kann mit Zustimmung des Arbeitgebers ausgeübt werden.

Wer nicht so schnell eine andere Teilzeitstelle findet, kann beim Arbeitsamt Arbeitslosengeld beantragen. Voraussetzung für den Bezug ist, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitsmarkt für eine Teilzeitbeschäftigung von mindestens 15 und maximal 30 Wochenstunden zur Verfügung steht. Die Agentur für Arbeit ist auch die richtige Anlaufstelle, falls beim alten Arbeitgeber zwar eine Teilzeitbeschäftigung möglich ist, aber mit einer sehr geringen Stundenzahl, die den Wünschen des Arbeitnehmers nicht entspricht.

Arbeitnehmer, die in einem Betrieb mit weniger als 15 Beschäftigten arbeiten, haben normalerweise keinen rechtlichen Anspruch auf einen Teilzeitarbeitsplatz. Eventuell kann mit dem Arbeitgeber dennoch eine für beide Seiten zufriedenstellende Vereinbarung getroffen werden.
Die Vereinbarung einer Teilzeitbeschäftigung gilt in der Regel nur für die Dauer der Elternzeit. Ist die Elternzeit beendet, muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber wieder in Vollzeit zur Verfügung stehen. Sollte der Arbeitnehmer auch nach der Elternzeit nur noch in Teilzeit arbeiten wollen, muss dies dem Arbeitgeber rechtzeitig, am besten schon bei der Anmeldung der Elternzeit, schriftlich mitgeteilt werden. Wer dem Arbeitgeber dabei auch schon konkrete Vorschläge zu bieten hat, wie die Umsetzung einer Teilzeitbeschäftigung aussehen könnte, hat dabei bessere Chancen, dass seine Wünsche berücksichtigt werden.

Die Teilzeittätigkeit muss nicht zwingend die ganze Elternzeit hindurch beibehalten werden. Jeder Elternteil kann aus rechtlicher Sicht über zwei gesonderte Zeiträume hinweg eine Teilzeitbeschäftigung beantragen.

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