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Neuerungen des Elterngeldes zum 1.1.2013

 

Die Neuerungen zum Elterngeld finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

 

Wie hoch ist das monatliche Elterngeld und wie lange wird es gezahlt?


Der reguläre Zeitraum, in dem Elterngeld bezogen werden kann, beträgt 12 Lebensmonate des Kindes. Ein Lebensmonat gilt jeweils ab dem Tag der Geburt bis zum Folgemonat, einen Tag vor dem Geburtsdatum. Wenn beispielsweise ein Kind am 05. November geboren wird, gilt als erster Lebensmonat der Zeitraum vom 05. November bis zum 04. Dezember. Wenn die Eltern die Partnermonate in Anspruch nehmen, verlängert sich die Dauer des Bezugs von Elterngeld auf insgesamt 14 Monate. Auch Alleinerziehende haben einen Anspruch auf Elterngeld von insgesamt 14 Monaten.

Des Weiteren kann der Elternteil, der Elterngeld bezieht, im Antrag festlegen, ob der Bezugszeitraum von 12 auf 24 Monate ausgedehnt wird. Dann wird das Elterngeld für die Dauer des Bezugszeitraums halbiert. Bekommt eine vorher nicht erwerbstätige Mutter beispielsweise den Sockelbetrag von 300 Euro, werden bei einem Bezugszeitraum von 24 Monaten jeweils nur 150 Euro monatlich ausgezahlt.

Der Bezug von Mutterschaftsgeld oder anderweitigen Ersatzleistungen in den ersten beiden Lebensmonaten des Kindes wird auf das Elterngeld angerechnet. Je nach Höhe des Mutterschaftsgeldes fällt somit die Zahlung des Elterngeldes für die ersten beiden Monate ganz weg oder es wird nur ein verminderter Betrag ausgezahlt. Das volle Elterngeld wird im Anschluss an die ersten 8 Wochen nur noch für 10 weitere Monate ausgezahlt. Aus finanziellen Gründen kann es deshalb sinnvoll sein, die Partnermonate direkt nach der Geburt zu nehmen, damit die Eltern neben der Zahlung von Mutterschaftsgeld auch noch in den Genuss des Elterngeldes des anderen Elternteils kommen. . Es ist aber genauso möglich, das Elterngeld für die Partnermonate für den 13. und 14. Lebensmonat des Kindes zu zahlen.


Das Elterngeld beträgt in der Regel 67 Prozent des bisherigen Einkommens, welches der Antragsteller in den letzten 12 Monaten vor der Geburt erzielt hat. Zugrunde gelegt wird das sogenannte bereinigte Einkommen. Von dem durchschnittlichen monatlichen Bruttoeinkommen wird zunächst einmal die auf der Gehaltsabrechnung bescheinigte Lohnsteuer abgezogen sowie die Sozialabgaben. Weiterhin abgezogen werden eventuelle Werbungskosten. Normalerweise wird hier von einem monatlichen Pauschbetrag in Höhe von 76,67 Euro ausgegangen.

Die Höchstgrenze des bereinigten Einkommens liegt bei 2.700 Euro. Der Maximalbetrag des auszuzahlenden Elterngeldes beträgt somit 1.800 Euro monatlich.

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Neuregelung für Geburten ab dem 1.1.2013:

 

Um das maßgebliche Netto-Einkommen zu berechnen, werden die Abzüge für Steuern und Sozialabgaben pauschaliert. Dies gilt sowohl für abhängig Beschäftigte als auch für Selbstständige. Für letztere wird somit die Berechnung des Elterngeldes vereinfacht.

 

Durch diese vereinfachte Berechnung soll die Verwaltung entlastet werden und die Elterngeldanträge somit schneller bearbeitet werden. Das Bundesministerium für Familie geht davon aus, dass es zu keinen nennenswerten negativen Belastungen für die Familien kommen wird. Hochrechnungen gehen jedoch von 5 bis 8 EUR weniger im Monat aus. Darüber hinaus werden diejenigen stärker belastet, die vorher Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen hatten. Diese werden nun nicht mehr berücksichtigt. Dadurch würde sich das Elterngeld durchaus maßgeblich verringern.

 

Hingegen basiert die Ermittlung auf den durchschnittlichen Bruttoeinnahmen der letzten zwölf Monate, wobei die Steigerung des tatsächlichen Lohnsteuerabzugs nicht berücksichtigt wird. Dadurch steigt das Elterngeld wiederum.

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Geringverdiener erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen höheren Prozentsatz des bisherigen Einkommens. Das ist dann der Fall, wenn das monatliche Einkommen unter der Geringverdienergrenze von 1.000 Euro liegt. In einem solchen Fall wird der monatliche Prozentsatz in kleinen Schritten angehoben. Berechnet werden 0,1 Prozentpunkte pro 2 Euro monatlicher Differenz zwischen dem tatsächlichen Einkommen und der Geringverdienergrenze. Ein Elternteil, der vor der Geburt des Kindes ein Einkommen von 800 Euro erzielt hat, liegt 200 Euro unter der Geringverdienergrenze. Werden hieraus die Prozentpunkte berechnet, ergibt sich ein Aufschlag von 10 Prozent auf den monatlichen Prozentsatz. Der Elternteil erhält nicht Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des bisherigen Einkommens, sondern es werden 77 Prozent aus dem bisherigen Einkommen berechnet. Liegt das monatliche Einkommen sehr niedrig, erhält der Antragsteller möglicherweise nur den garantierten Sockelbetrag von 300 Euro monatlich, der auch nicht erwerbstätigen Eltern zusteht.

Hatte die Mutter während der Schwangerschaft Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen, werden diese Zeiträume für die Berechnung des Elterngeldes nicht herangezogen. Hat die Schwangere beispielsweise für insgesamt 2 Monate kein Gehalt bezogen, werden die zwei vor den zwölf vor der Geburt liegenden Monate bei der Berechnung des Elterngeldes mit berücksichtigt.

Auch Selbständige haben ein Anrecht auf den Bezug von Elterngeld. Dieses beträgt 67 Prozent des bisherigen monatlichen Gewinns, nachdem die zu entrichteten Steuern und eventuelle Beiträge zu Sozialversicherungen abgezogen wurden. Maßgeblich für die Berechnung des Elterngeldes ist der letzte aktuelle Steuerbescheid, sofern dieser Steuerbescheid auf der Grundlage eines kompletten Veranlagungszeitraums ergangen ist und der Antragsteller in den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes diese selbständige Tätigkeit ausgeübt hat. Liegt ein aktueller Steuerbescheid noch nicht vor, hat der Antragsteller die Möglichkeit, den Steuerbescheid aus dem vorangegangenen Veranlagungszeitraum sowie eine Einnahme-Überschuss-Rechnung oder Bilanzen vorzulegen, aus denen der monatliche Gewinn hervorgeht. Der aktuelle Steuerbescheid muss dann nachgereicht werden. Wie bei den Arbeitnehmern bleiben Monate, in denen aufgrund von Krankheitsausfällen während der Schwangerschaft kein Gewinn erzielt wurde, unberücksichtigt. Es werden die vor dem 12-Monats-Zeitraum liegenden Monate entsprechend zur Berechnung des Elterngeldes mit herangezogen.

Eltern, die Elterngeld beziehen, dürfen während des Bezugszeitraumes einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Die Stundenzahl pro Woche darf nicht mehr als 30 betragen. Das durch die Teilzeitbeschäftigung erzielte Einkommen wird bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt. Es wird ein entsprechend reduziertes Elterngeld gezahlt.

Unter bestimmten Voraussetzungen steht den Eltern neben dem monatlichen Elterngeld ein Geschwisterbonus für Geschwisterkinder zu. Dieser beträgt in der Regel 10 Prozent des Elterngeldes, welches dem Elternteil für das neugeborene Kind zusteht. Bei einem geringen monatlichen Elterngeld, so zum Beispiel bei dem Sockelbetrag von 300 Euro, liegt der monatliche Geschwisterbonus jedoch mindestens bei 75 Euro monatlich. Ob der Geschwisterbonus zusteht, hängt vom Alter und der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder ab. Bei zwei Kindern sollte das Geschwisterkind nicht älter als drei Jahre sein. Bei Mehrkindfamilien wird der Geschwisterbonus auch dann gezahlt, wenn neben dem neugeborenen Kind noch zwei weitere Geschwister das Alter von 7 Jahren noch nicht erreicht haben. Nach einer Zwillings- oder Mehrlingsgeburt wird neben dem zustehenden Elterngeld für jeden weiteren Mehrling der Sockelbetrag von 300 Euro zusätzlich gewährt.

Nähere Erläuterungen zur Höhe und Berechnung des Elterngeldes enthält die Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie kann entweder im PDF-Format heruntergeladen oder als Druckversion kostenlos bestellt werden. (http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=89272.html). Ein Elterngeldrechner wie auf der Seite http://www.elterngeld.net/elterngeldrechner.html ermöglicht es, das zu erwartende Elterngeld bereits im Voraus zu berechnen. Diese Informationen erleichtern die Planung der Partnermonate und die Aufteilung der Bezugszeiträume.

Ändern sich die Lebensumstände während des Bezugs von Elterngeld (zum Beispiel Aufnahme einer Teilzeittätigkeit, Gehaltsänderungen, Erhöhung der Wochenstunden o.ä) müssen diese Änderungen der Elterngeldstelle unverzüglich mitgeteilt werden, damit das Elterngeld eventuell neu berechnet werden kann. Wird dieser Mitteilungspflicht nicht nachgekommen, müssen Eltern das zu viel gezahlte Elterngeld zurückzahlen. Darüber hinaus kann ein Bußgeld von bis zu 2.000 Euro festgesetzt werden. Ein strafrechtliches Verfahren ist nicht auszuschließen.